FAQs Power Plate


ARTHROSE

Kann ich mit Arthrose die Power Plate nutzen. Was sollte man bei dieser Erkrankung beim Anwenden der Power Plate beachten?

Die degenerative Gelenkerkrankung der Arthrose entsteht vorwiegend als Folge eines Missverhältnisses zwischen Belastung, Beanspruchung und Belastbarkeit. In der Regel sind Arthrosen nicht heilbar. Therapie- und Trainingsziele sind v.a. in der Bekämpfung von führenden Symptomen (Schmerz, Schwellung, Bewegungseinschränkung) und wenn möglich in einer Hemmung des Voranschreitens der Erkrankung zu sehen. Hier müssen wohldosierte Bewegungsreize gewählt werden, die im Sinne einer Gewebeerhaltung zu positiven Anpas-sungsreizen im Knorpel- und Knochengewebe führen. Die aktivierte Arthrose mit ihrer entzündlich geprägten Symptomatik (Arthritis) erfordert vorübergehend Schonung und Entlastung (plus Eisanwendungen, entzündungshemmende Medikamente, schmerzlindernde Mittel). Hier sollten keine Power Plate Anwendungen erfolgen! Power Plate-Training bei nicht-aktivierter Arthrose: Die durch das Power Plate-Beschleunigungstraining ausgelöste Beanspruchung des Knorpels lässt sich nicht exakt vorhersagen.

Ist ein Power Plate Training bei Gonarthrose sinnvoll?

Mit einer Gonarthrose bezeichnet man einen vorzeitigen Verschleiß der knorpeligen Gelenkflächen des Kniegelenkes. Verschleißvorgänge sind zunächst keine Erkrankung, sondern ein normaler, zu erwartender Alterungsprozess. Grundsätzlich kann man alle Übungen auf der Power Plate probieren, aber: Nie bei akuten Schmerzen trainieren. Man sollte Gelenkwinkel vermeiden, bei denen der Anpressdruck in dem jeweiligen Gelenk hoch ist. Die Anwendung sollte maximal 1 – 2 x pro Woche stattfinden und vorerst mit einer doppelten Mattendicke arbeiten. Es sollten Übungen mit geringer Intensität (40 Hz/ low) und Zeit (30 sec.) ausgewählt werden. Sollte es zu einer Schmerzzunahme in den betroffenen Gelenken kommen, sollte man die Intensität weiter verringern und den weiteren Verlauf beobachten. Sollten sich bei derartig geringer Intensität weiterhin Schmerzen entwickeln, wird von einer Power Plate Anwendung abgeraten, bis sich der Status der betroffenen Gelenke positiv verändert hat.

DURCHBLUTUNG

Warum kribbelt es manchmal sehr stark?

Durch den sehr starken durchblutungsfördernden Reiz beim Beschleunigungstraining kommt es v.a. unmittelbar nach Massageübungen zu einem teilweise starken „Kribbelgefühl“, was aber keine gesundheitliche Problematik darstellt sondern vielmehr Ausdruck einer deutlichen Erhöhung der Durchblutungsrate ist. In Abhängigkeit einer damit verbundenen Ausschüttung von bestimmten Stoffen (z.B. Histamine) kann hier ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes Kribbeln auftreten.

EPILEPSIE

Ist trotz Epilepsie ein Training auf der Power Plate möglich?

"Nur ca. 2 % aller Epileptiker leiden unter belastungsinduzierten Anfällen. Insgesamt kann Sport gerade bei Epilepsie-Patienten günstige Einflüsse haben durch eine Verbesserung des körperlichen und seelischen Empfindens, was sich u.U. sogar auch auf die Anfallssituation positiv auswirken kann. Bei der Ausübung von Freizeitaktivitäten allgemein und Sport im Besonderen sollte grundsätzlich jedoch stets bedacht werden, welche Konsequenzen ein Anfall haben könnte. Inwieweit ein Risiko der Eigengefährdung hierbei eingegangen wird, liegt im Bereich der persönlichen Entscheidung. Jedenfalls sollte bei sportlicher Betätigung eine Fremdgefährdung, soweit dies auch Gesunden möglich ist, generell ausgeschlossen werden. Bei der Auswahl muss zusätzlich auch bedacht werden, wie wahrscheinlich das Auftreten von Anfällen ist. Bei Patienten, die täglich oder mehrfach pro Woche Anfälle haben, wird man wesentlich strengere Maßstäbe anlegen als bei Patienten, die alle paar Jahre mal einen (dann vielleicht auch provozierten, z.B. durch Alkohol) Anfall erleiden. Letztere können nahezu alle Sportarten ausüben, wenn der entsprechende Auslöser gemieden wird. Die Sportfähigkeit kann durch den zeitlichen Abstand zum letzten Anfall beurteilt werden: > 2 Jahr = keine Einschränkung > 1 Jahr = geringes Risiko < ½ Jahr = informierte Aufsicht < ¼ Jahr = besondere Aufsicht < 1 Monat = Begleitperson Generell kann man die Ratschläge bezüglich diverser Freizeitaktivitäten so zusammenfassen: „Nicht zu hoch, nicht zu schnell, nicht ins Wasser“. Im Einzelfall muss diese Entscheidung unter Umständen auch anhand weiterer Kriterien erfolgen, z.B. Anfallstyp (erhaltenes Bewusstsein?) und Häufigkeit. Zudem gibt es Formen der Epilepsie, bei denen nur nachts Anfälle auftreten. Wenn dies bekannt und über einen längeren Zeitraum konstant nachvollziehbar ist, dann bestehen für Sportarten, die am Tage ausgeübt werden, wenige Bedenken. Power Plate-Anwendung bei Epilepsie: Wenn die o.a. Voraussetzungen und Bedingungen erfüllt sind, ist ein PP-Training durchaus möglich. Da beim PP-Krafttraining in der Regel keine übermäßige Hyperventilation beobachtet wird, ist die oftmals hierdurch provozierte Anfallssituation eher als gering einzuschätzen. Allerdings sollten Epileptiker nur mit einer entsprechend eingewiesenen und ausgebildeten Person auf der PP trainieren. Literatur: Arida, R.M. / Scorza, F.A. / de Albuquerque, M. / Cysneiros, R.M. / de Oliviera, R.J. / Cavalheiro, E.A. (2003). Evaluation of physical exercise habits in Brazilian patients with epilepsy. In: Epilepsy & Behavior, 4. Jahrgang, Heft 5, S. 507-510. Lipinski, C.G. (2006). Epilepsie und Sport. In : Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, 57. Jahrgang, Heft 9, S. 233-234."

GALLENSTEINE (CHOLELITHIASIS)

Ist eine Power Plate-Anwendung mit Gallensteinen möglich?

Gallensteine können in unterschiedlicher Größe in der Gallenblase oder den Gallengängen lokalisiert sein. In Abhängigkeit von der Lage und Größe können auch hier Schmerzen auftreten, die bis zur Kolik gehen. Schmerzen sind in der Regel nur bei einem Viertel aller Gallensteinbetroffenen zu beobachten. Power Plate-Anwendung bei Steinleiden: Der Effekt von mechanisch eingeleiteten Schwingungen auf Steine im Nieren- und Gallensystem ist nur sehr schwer einzuschätzen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit bleiben die Gallen- und Nierensteine von diesen externen Reizen unberührt. Kleine Steine können durch Bewegung ganz spontan abgehen und werden aufgrund Ihrer Größe kein Problem darstellen, da Sie mit dem Harn ausgeschieden werden. Liegen Steine vor, deren Durchmesser größer als die ableitenden Gefäße (Gallenweg, Harnleiter) und ferner nicht festsitzend sind, sollte man – solange die Wirkung von Vibrationen hier noch nicht abschließend geklärt ist – auf eine Power Plate-Anwendung zunächst verzichten und den behandelnden Arzt um Rat fragen. Literatur: Monteleone, G. / DeLorenzo, A. / Sgroi, M. / DeAngelis, S. / DiRenzo, L. (2007). Contraindications for whole body vibration training: a case of nephrolitiasis. In: The Journal of sports medicine and physical fitness, 47. Jahrgang, Heft 4, S. 443-445.

IMPLANTATE

Ist eine Power Plate-Anwendung mit Brustimplantaten möglich?

Generelle Überlegungen: Bei Brustimplantaten gibt es große qualitative Unterschiede. Hochwertige Brustimplantate haben oft mehrschichtige Implantathüllen, was die mechanische Belastbarkeit deutlich ansteigen lässt. Power Plate-Anwendung bei Brustimplantaten: Die mechanische Beanspruchung beim Joggen wird im Vergleich zu den mm-großen Amplituden auf der Power Plate deutlich größer sein. Ca. 6-8 Wochen nach der Brust-Operation kann – unter Berücksichtigung der Wundheilung - wieder mit Power Plate-Anwendungen begonnen werden. Übungen, die eine großen Zug auf evtl. Wunden / Zugänge ausüben, sollten zunächst noch sehr vorsichtig in die Anwendungsplanung mit einbezogen werden.

Ist eine Power Plate-Anwendung mit Zahnimplantaten möglich?

Zahnimplantate Generelle Überlegungen: Bei Zahnimplantaten (Titan/Keramik) kommt es nach ca. 4-6 Monaten (Oberkiefer) bzw. 2-4 Monaten (Unterkiefer) zu einer festen Verbindung zwischen Implantat und umliegenden Kieferknochen (Osteointegration). Bei über 200 verschiedenen Implantatsystemen sollte man in diesem Zusammenhang seinen Kieferchirurgen oder behandelnden Zahnarzt nach evtl. Besonderheiten fragen. Im Gegensatz zu den o.a. Prothesen verbrauchen sich die Zahnimplantate nicht. Die Haltbarkeit ist eher vielmehr vom Erhalt des umgebenden Knochens abhängig. Die Verbindung zwischen Kieferknochen und Implantat ist nahezu ausschließlich durch bakterielle Einflüsse zerstörbar. Eine mechanische Belastung durch die funktionell-physiologische Kaubelastung führt nachweislich zu einer gesteigerten Mineralisierung des umgebenden Knochens. Somit kann bei Zahnimplantaten von einer nahezu 100-%-igen Erfolgsquote mit Liegezeiten von bis zu 40 Jahren ausgegangen werden. Power Plate-Anwendung bei Zahnimplantaten: Vor Aufnahme einer Power Plate-Anwendung sollte sichergestellt sein, dass keine Entzündung oder Zeichen einer Lockerung vorliegen. Bei den Power Plate-Anwendungen sollte der Hinweis gegeben werden, mit einem leicht geöffneten Mund zu trainieren. Übungen mit einer höheren Transmission Richtung Kopf sollten zunächst vermieden werden. Nach ca. 6-9 Monaten nach Implantierung sind alle Power Plate-Übungen wieder durchführbar.

Ist eine Power Plate-Anwendung mit Implantaten möglich?

Implantate: Metallische Implantate / (Total)Endoprothesen Generelle Überlegungen: In der Vergangenheit wurde die Sportfähigkeit in Verbindung mit Endoprothesen eher als zurückhaltend eingeschätzt, da die körperliche Belastung mögliche Auslöser für Prothesenlockerungen darstellen können. In den letzten Jahren konnten Implantatqualität (Anpassung an die individuelle Hüftarchitektur, Material) und Operationstechniken (Zugänge, Verankerungsprinzipien) derart optimiert werden, dass aktuelle Prothesen das natürliche Gelenkspiel weitestgehend nachahmen können. In der aktuellen Literatur überwiegen zudem die Empfehlungen, durch ein richtig dosiertes Kraft- und/oder Bewegungstraining auch bei vorhandenen Prothesen einen muskulären Gelenkschutz und ein stabiles knöchernes Lager aufzubauen. Gute muskuläre und koordinative Fähigkeiten reduzieren hierbei die auf das Gelenk einwirkenden Kräfte und tragen damit indirekt zur Verlängerung der Prothesenstandzeit bei. Selbstverständlich muss in diesem Zusammenhang immer ein Mittelweg gefunden werden zwischen gelenkstabilisierenden Bewegungsreizen und evtl. schädigenden Überlastungsreizen. Als Folge von Bewegungsmangel kann in vielen Fällen das Lockerungsrisiko durch eine einhergehende Osteoporose ansteigen. In mehreren Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass die Rate der Implantatlockerung bei „Nichtsportlern“ deutlich höher ist als bei sporttreibenden Implantatträgern. Sogar im alpinen Skisport (ebenfalls eine Beanspruchung mit vergleichbarem Vibrationscharakter!) wird über äußerst geringe Lockerungsraten berichtet. Gleichzeitig sind sporttreibende Implantatträger weniger schmerzbelastet als Nicht-Sportler. Zehn Jahre nach der Implantierung sind bis zu 97 %, zwanzig Jahre danach noch ca. 80 % der Hüftgelenkprothesen ohne Anzeichen einer Lockerung. Biomechanische Überlegungen: Bei einem Beschleunigungstraining mit Prothesenträgern sollte man die biomechanischen Gesetzmäßigkeiten von Dämpfung und Transmission (Schwingungsweiterleitung) beachten. Neben der Voraussetzung einer genügend hohen muskulären Dämpfungsmöglichkeit sollte eine ausreichend lange Dämpfungsstrecke vom Punkt der Vibrationseinleitung bis zum Implantat vorliegen und bei der Übungsauswahl entsprechend berücksichtigt werden. Power Plate Anwendung bei Prothesenträgern: Die Power Plate Anwendung kann unter Berücksichtigung der hier angeführten Bedingungen / Einschränkungen auch bei Implantatträgern einen wertvollen Beitrag zur Gelenkstabilisation leisten, da hier ein intensives und koordinativ-propriozeptiv anspruchsvolles Krafttraining in einer orthopädisch gering belastenden Art und Weise ohne Zusatzlasten durchgeführt werden kann. Die Power Plate-Anwendung zeichnet sich hierbei aus durch: - keine Belastungsspitzen - "Training" in geschlossener Kette (gute Gelenkstabilisierung) - keine extreme Dauerbelastung - eine gut dosierbare Vibrationseinleitung (Dämpfungswirkung variabel) Die Belastung der eingeleiteten mm-großen Vibrationen auf eine mögliche Lockerung scheint nach Aussagen vieler Endoprothetiker nicht plausibel zu sein. Entzündungen mit einhergehendem Knochenabbau können als Folge von Materialabrieb auch bereits bei „lapidaren“ Bewegungen auftreten. Die Implantierung sollte mindestens - je nach Implantattyp – 3 bis 6 Monate zurückliegen, so dass die knöcherne Integration der Prothese vollzogen sein sollte. Im Blutbild sollten keine auffälligen Entzündungsparameter zu finden sein. Vor Aufnahme einer Power Plate-Anwendung sollte ferner sichergestellt werden, dass keine Kontrakturen oder muskel- und bandbedingte Instabilitäten (v.a. bei Kniegelenken) oder kurzzurückliegende Luxationen (Hüfte) im betroffenen Gelenk vorliegen. Eine evtl. bereits bestehende Lockerung sollte durch eine radiologische Untersuchung ausgeschlossen werden. Bei der Aufnahme der Power Plate-Anwendung sollte kein prothesenbedingter Ruhe- und/oder Belastungsschmerz vorliegen bzw. auftreten. Bei der Übungsauswahl sind auf jeden Fall Bewegungen mit abrupten dynamischen Belastungsspitzen als absolut ungeeignet einzustufen. Ferner sollten Übungen vermieden werden, die zu einer unphysiologischen oder unverhältnismäßig hohen Gelenkbelastung führen (z.B. Seitheben bei Schulterprothese mit langem Hebel, Adduktionsbewegungen bei Hüftprothese, einseitige Belastungen). Bei Prothesen im Fußskelett z.B. sind Standübungen wie Kniebeugen absolut kontraindiziert, da die Vibrationen dort nahezu ungedämpft und ohne vorhandene Dämpfungsstrecke in den Körper eingeleitet werden (keine Muskulatur sowie keine Dämpfungsstrecke vorhanden!). Bei Hüft-TEP`S können beidbeinige Standübungen durchgeführt werden, da eine vergleichs-weise lange Dämpfungsstrecke bis zum Implantat vorhanden ist, und die dämpfende Muskulatur in Längsrichtung zur Power Plate Hauptbewegungsrichtung stimuliert wird. Zu Beginn kann auch eine doppelte Dämpfungsmattendicke benutzt werden. Es sollte auf eine richtige Übungsauswahl geachtet werden. Ferner sollten forcierte Beugungen mit einer Innenrotation und Adduktion vermieden werden. Bei einer zementierten Prothese wird von einer Power Plate-Anwendung abgeraten!

ISCHIASBESCHWERDEN

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KARDIOVASKULÄRE ERKRANKUNGEN

Darf ich mit Krampfadern die Power Plate nutzen?

Krampfadern sind in Verbindung mit einer Power Plate Kräftigungsanwendung nicht kontraindiziert (verboten). Durch den ausgelösten und sehr intensiven Muskel-Pump-Effekt bestehen durchaus gute Chancen, eine ungenügende Venenklappenfunktion wieder herzustellen. Allerdings sollte man eine direkte Massagewirkung in Krampfaderbereichen meiden.

Ist eine Power Plate-Anwendung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen möglich?

Mit kardiovaskulären Risikopatienten sollte v.a. eine dynamische Power Plate Anwendung absolviert werden, da das Herz Volumenbelastungen besser verträgt als Druckbelastungen. Bei funktionellen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzrhythmusstörungen, Hypotonie, Hypertonie, „nervöse“ Herzbeschwerden) sollte eine wohldosierte Power Plate Anwendung unbedingt in Kombination mit einem Ausdauertraining absolviert werden. Bei angeborenen und erworbenen Herzfehlern wird eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt dringend empfohlen, da die Belastbarkeit sehr stark von der Schwere des Herzfehlers abhängig ist. Bei einer ausgeprägten Herzinsuffizienz (NYHA > I) und entzündlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird von einer Power Plate Anwendung abgeraten! Wurden Stents eingesetzt, so kann in der Regel die Anwendung der Power Plate ca. 6 Monate nach dem Einsetzen wieder aufgenommen werden.

Darf ich die Power Plate bei Bluthochdruck nutzen?

Bei Bluthochdruck ist eine Anwendung der Power Plate möglikofach, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: - medikamentös eingestellt - ausschließlich langsam dynamische Bewegungen/ Übungen auf der Power Plate - Berücksichtigung weiterer kardiovaskulärer Risiktoren und entsprechende Anpassung der Power Plate Anwendung nur durch erfahrene Coaches.

NEUROMUSKULÄRE ERKRANKUNGEN

Können Personen mit Parkinson die Power Plate nutzen? Was sollte man bei dieser Erkrankung bei der Power Plate Anwendung beachten?

Morbus Parkinson ist die häufigste neurologische Erkrankung im fortgeschrittenen Alter. Neben einer Verlangsamung aller Bewegungen (Bradykinese) kann bei Parkinson-Patienten eine Versteifung der Muskulatur infolge einer Erhöhung des Muskeltonus (Rigor) und ein erhöhtes Muskelzittern (Tremor) beobachtet werden. Die motorischen Fähigkeiten werden bei Parkinson-Patienten anhand des UPDRS-Scores beurteilt, der die Leistungsfähigkeit aus mehreren motorischen Tests zusammenfassend widerspiegelt. Die kontrollierte Einleitung von mechanischen Schwingungsreizen im Rahmen eines Beschleunigungstrainings führte zu teilweise erstaunlichen Verbesserungen. So konnten Schrift- und Gangbild sowie Rigor und Tremor an einer Versuchsgruppe mit n= 300 um durchschnittlich 16 % verbessert werden. Diese symptomreduzierenden Effekte hielten 1-2 Tage an. Die verbesserten Maximalkraftwerte (bis zu 30 %) sind v.a. auf eine reduzierte Antagonistenaktivität zurückzuführen. Übungsauswahl, -dauer und -intensität beim Beschleunigungstraining müssen sich jeweils an die persönlichen Voraussetzungen des Patienten orientieren. Aus den bisher vorliegenden Erkenntnissen scheint eine Trainingshäufigkeit von 3-4 Therapie-Einheiten pro Woche bei einer Therapiedauer von ca. 5 min durchaus angezeigt zu sein. Literatur: Haas, Ch. / Turbanski, St. / Kessler, K. / Schmidtbleicher, D. ( 2006). The effects of random whole-body-vibration on motor symptoms in Parkinson`s disease. In: NeuroRehabilitation, 21, S. 29-36. Ärztezeitung (15.10.2003). Schwingungen stabilisieren Parkinson-Patienten. Turbanski, St. (2005). Zur posturalen Kontrolle bei Morbus Parkinson-Patienten. Inauguraldissertation der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main.

Können Personen mit Multipler Sklerose (MS) die Power Plate nutzen? Was sollte man bei dieser Erkrankung bei der Power Plate Anwendung beachten?

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Entmarkungserkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS), deren Ursache trotz großer Forschungsanstrengungen noch nicht geklärt ist. Sie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen im jungen Erwachsenenalter. Die Erkrankung ist nicht heilbar, der Verlauf kann durch verschiedene Maßnahmen jedoch günstig beeinflusst werden. Im Rahmen von Pilot-Studien mit 10 bzw. 12 MS-Patienten konnte gezeigt werden, dass ein Beschleunigungstraining sich positiv auswirken kann auf Haltungskontrolle, Mobilität und Gleichgewicht bei MS-Patienten. Allerdings bleibt festzustellen, dass die Ausprägung der positiven Effekte individuell sehr unterschiedlich ausfallen kann. Bei MS-Patienten muss das Beschleunigungstraining unter Berücksichtigung der persönlichen Voraussetzungen des Patienten geplant werden. Literatur: Ohlin, S. / Zeinstra, E. (2007). Whole-Body Vibration Training in Multiple Sclerosis patients – a Pilot Study. Unveröffentlicht. Schuhfried, O. / Mittermaier, T. / Pieber, K. / Paternostro-Sluga, T. ( 2005). Effects of whole-body vibration in patients with multiple sclerosis: a pilot study. In: Clinical Rehabilitation, 19, S. 832-842.

NIERENSTEINE

Ist eine Power Plate-Anwendung mit Nierensteinen möglich?

Die Größe von Nierensteinen kann von wenigen Millimetern bis hin zu Zentimetern variieren. Sie entstehen zumeist in den Hohlräumen des Nierenbeckens und können dann weiter in die ableitenden Harnwege wandern. Verklemmt sich ein Stein im Harnleiter treten oft krampfartige, immer wiederkehrende Schmerzen auf (Koliken). Bei kleineren Steinen werden die Schmerzen auch oft als unregelmäßig auftauchend und dumpf beschrieben. Durch den Weitertransport eines Steines kann es mitunter auch zu Verletzungen des Harnleiters und folglich zu Blutungen bzw. Blutbeimengungen im Harn kommen. Durch Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen können Aussagen zu Steingröße und -lage getroffen werden. Power Plate-Anwendung bei Steinleiden: Der Effekt von mechanisch eingeleiteten Schwingungen auf Steine im Nieren- und Gallensystem ist nur sehr schwer einzuschätzen. Aktuell sind keine negativen Auswirkungen dieser externen Reize auf die Gallen- und Nierensteine bekannt. Kleine Steine können durch Bewegung ganz spontan abgehen und werden in der Regel aufgrund Ihrer Größe kein Problem darstellen, da Sie mit dem Harn ausgeschieden werden. Liegen Steine vor, deren Durchmesser größer als die ableitenden Gefäße (Gallenweg, Harnleiter) und ferner nicht festsitzend sind, sollte man – solange die Wirkung von Vibrationen hier noch nicht abschließend geklärt ist – auf ein PP-Training verzichten. Der Nutzer sollte in jedem Fall vor dem Training seinen behandelnden Arzt befragen. Literatur: Monteleone, G. / DeLorenzo, A. / Sgroi, M. / DeAngelis, S. / DiRenzo, L. (2007). Contraindications for whole body vibration training: a case of nephrolitiasis. In: The Journal of sports medicine and physical fitness, 47. Jahrgang, Heft 4, S. 443-445.

OSTEOPOROSE

Kann ich bei Osteoporose die Power Plate nutzen. Was sollte man bei dieser Erkrankung beim Anwenden der Power Plate beachten?

Es gibt einige Studien, bei denen der positive Effekt des Power Plate Trainings bei Osteoporose nachgewiesen werden konnte ("Journal of Bone & Mineral Research" 2004). Das PP Training fördert die Zug - und Druckbelastung des Knochens als Folge der Muskelaktivität. Mit anderen Worten kann ein gut dosiertes PP Training den gewünscht positiven Effekt für Osteoporose - Patienten mit sich bringen.

RÜCKENSCHMERZEN

Kann ich die Power Plate bei Rückenbeschwerden nutzen?

Bei akuten Rückenproblematiken wie einem Bandscheibenvorfall (Prolaps) mit Ausfallerscheinungen, Bandscheibenvorwölbung mit Schmerzsymptomatik (Protrusion) und Hexenschuss (Ischialgie = plötzliche Bewegungsunfähigkeit) wird generell von einer Power Plate-Anwendung abgeraten. Liegen chronische Beschwerden (länger als 3-6 Monate) vor, sind adäquate Belastungsreize in wohldosierter Form möglich. Power Plate-Anwendungen bei nicht-akuten Rückenbeschwerden: Liegen chronische, nicht-entzündliche Rückenbeschwerden vor, ist bei den Power Plate-Anwendungen darauf zu achten, dass die mechanische Beanspruchung der passiven Strukturen nicht zu groß gewählt werden darf. Hier sollte der ausgebildete Power Plate Personal Coach die Wirkung einer Power Plate-Übung auf die Strukturen der Wirbelsäule genau abschätzen können. Dosis, Umfang und Übungsauswahl müssen in Abhängigkeit der Beschwerdesymptomatik und der individuellen Voraussetzungen entsprechend abgestimmt werden. Bei lediglich „muskulären Verspannungen“ (Hartspann) sollte ein methodischer Vierklang mit Übungen aus den Bereichen Mobilisierung, Kräftigung, Koordination und Entspannung zur Anwendung kommen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass als Ursache durchaus auch andere Strukturen (Bandscheiben, Wirbelgelenke, Nerven) in Frage kommen (erstrangige und zweitrangige Schmerzursachen). Bei einer Spondylolyse bzw. Spondylolisthese (Bogenwurzeldefekt bzw. Wirbelgleiten) ist im Prinzip eine Anwendung der Power Plate möglich, jedoch sollten hier keine extremen Rückneigungen und Rotationen durchgeführt werden, sondern der Schwerpunkt auf der Kräftigung der gesamten – hierbei v.a. der geraden - Bauchmuskulatur liegen. Bei Skoliosen (seitliche Wirbelsäulenkrümmungen) bis zu 20 Grad ist eine Anwendung nach den entsprechenden Therapierichtlinien möglich. Bei einem ausgewachsenen Morbus Scheuermann (verstärkte Brustkyphose aufgrund von Wachstumsstörungen) ist eine Power Plate Anwendung mit Schwerpunkt auf Kräftigung der brustwirbelsäulenaufrichtenden Muskulatur möglich. Die klassische Bauchmuskelübung „Crunch“ mit Einrollen sollte hier nicht übermäßig durchgeführt werden. Andere Rumpfmuskelübungen ohne starke Einrollbewegung sollten hier bevorzugt zur Anwendung kommen. Bei der Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) handelt es sich um eine chronisch entzündliche Wirbelsäulenerkrankung mit Einsteifung der Wirbelsäule und erheblicher Frakturgefahr durch Wegfall der Bandscheibenpuffer. Hier wird keine Anwendung der Power Plate empfohlen! Bei Beschwerden mit unklarer Ursache ist zunächst eine ärztliche Diagnose angeraten! Konrad, P. / Freiwald, J. (2004). Trainingskonzepte zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur. In: Sportorthopädie – Sporttraumatologie, 20. Jahrgang, Heft 1, S. 21-27. McGill, S. (2002). Low Back Disorders. Human Kinetics, Leeds. Meier, H. (2005). Neue Aspekte der Rumpfstabilisation im Sport. In: Leistungssport, 35. Jahrgang, Heft 2, S. 35-37. Seidenspinner, D. ( 2005). Training in der Physiotherapie. Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg. Streicher, H. (2005). Neue Ansätze in der Rückenschule? Effekte einer therapeutischen Rückenschule mit integrativem propriozeptiv-koordinativen Training. In: Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, 56. Jahr- gang, Heft 4, S. 100-105. Weinberger, M. (2004). Therapie lumbaler Bewegungsstörungen – Lernprogramme für die LWS-Muskeln. In: Physiopraxis, Heft 5, S. 24-28.

SCHWANGERSCHAFT

Kann ich während der Schwangerschaft die Power Plate nutzen?

Bei Frauen sind Veränderungen im Menstruationszyklus und abnormale Geburtsverläufe beobachtet worden. Hinweise dafür, dass das Vibrationstraining die Gefahr einer Fehlbildung des Kindes erhöht, haben sich bislang jedoch selbst nach langzeitiger Vibrationsexposition nicht ergeben. Es erhöht sich jedoch das Risiko einer Frühgeburt oder eines geringen Geburtsgewichts. Nach einer komplikationsfreien Geburt ist eine Anwendung der Power Plate in der Regel wieder nach 6-8 Wochen möglich.

Darf ich während der Stillzeit die Power Plate nutzen?

Eine Power Plate Anwendung ist auch während der Stillzeit machbar. Es sind keine negativen Fälle diesbezüglich bekannt.

TUMORE

Darf ich die Power Plate bei Tumorleiden nutzen?

Allgemeine Überlegungen: Krebserkrankungen sind u.a. gekennzeichnet durch einen Verlust an Lebensqualität, verminderter Leistungsfähigkeit und depressiver Stimmung. Sport hat in der Krebstherapie eine große Bedeutung, da in der Regel alle o.a. Aspekte hierdurch positiv beeinflusst werden. Jüngste Studien haben sogar gezeigt, dass körperliche Aktivität wie bei den Power Plate Anwendungen zu einer deutlich erhöhten Durchblutung im gesamten Organismus, vor allem aber auch in den sehr schwach durchbluteten Tumoren führen kann. Dies könnte den Transport von Medikamenten erheblich verbessern. Power Plate Anwendung bei Tumoren: Ein wohldosiertes Beschleunigungstraining auf der Power Plate kann über verschiedene Effekte die Lebensqualität der Krebskranken verbessern. Durch die intensive Muskelbeanspruchung kann der körperliche Zerfall zwar nicht aufgehalten, aber doch verlangsamt werden. Die längere Aufrechterhaltung der muskulären Leistungsfähigkeit, die damit einhergehende Ausschüttung von Endorphinen u.a. Hormone können eine stimmungsaufhellende Wirkung entfalten. Allerdings steht diesen zu erwartenden positiven Effekten auch der Nachteil einer starken durchblutungsfördernden Wirkung gegenüber, die evtl. auch das Wachstum von entarteten Zellen (Metastasierung) beschleunigen kann, aber durchaus auch positive Effekte (s.o.) haben kann. Hier müssen behandelnder Arzt und der Patient abschätzen und entscheiden, ob der zu erwartende Nutzen größer ist als das zu erwartende Risiko. Wenn nach einer erfolgreichen Therapie keine bösartigen Metastasen mehr vorhanden sind, kann nach Absprache mit dem behandelnden Arzt die körperliche Aktivität (auch auf der Power Plate) wieder aufgenommen werden.